
Krogerus Mikael, Tschäppeler Roman (2021): Machen, Eine Anleitung fürs Loslegen, Dranbleiben und zu Ende führen
Ein Plädoyer fürs schwache Subjekt’
Im Gegenzug zum starken Subjekt, wie es Braun, Fuchs und Taube im gleichnamigen Buch vertreten, plädiere ich für die Betrachtung des Menschen als ‘schwaches Subjekt’. Ich sehe darin Chancen für eine gewisse Freiheit im Tun und Entspannung im Anspruch an Leistung und dem Umgang mit dem Scheitern.
In Bezug auf die Ausgangslage Welt zu gestalten, eine für mich entscheidende Grundhaltung. Die Philosophen Pier Aldo Rovatti und Gianni Vattimo vertreten die Ansicht den Menschen als ein ‘schwaches Subjekt’ zu sehen, das sich in immer neuen Anläufen entwirft. Welches sich nicht auf die absoluten Wahrheiten berufen kann, sondern anerkennen muss, dass es selbst nur ein Wesen ist, das sich seiner Beschränkungen bewusst ist.
Diese Ansicht ist auch in pädagogischen Kontexten zu beobachten, ein Vertreter davon ist Roland Reichenbach Erziehungswissenschaftler der Uni Zürich.
«Da das Universum der Inkompetenz prinzipiell viel größer ist als jenes der Kompetenz, um es mit Marquard (1981) zu sagen, da also auch der Einzelmensch Zeit seines Lebens – und mag er sich noch so viele Kompetenzen auf verschiedensten Gebieten aneignen – zur Inkompe- tenz verdammt ist, scheint es gerechtfertigt, dieses Faktum auch in der bildungs-, identitäts- und subjekttheoretischen Diskussion zu berücksichtigen und es nicht nur als Störvariable bzw. das zu Überwindende anzusehen.»
Roland Reichenbach
Sich als Dilettant betätigen, heißt
- sich versuchen,
- sich auf etwas einlassen, eine Sache seiner selbst willen ausüben,
- sich mit Leidenschaft zuzuwenden,
- sich und andere begeistern,
- sich seiner Unzulänglichkeiten bewusst sein.
Eine Chance im Gestalten von Welt, da sich diese Haltung durch unbefangenes und neugieriges Einlassen auf ein neues, fremdes Tätigkeitsfeld auszeichnet. Konventionen in Frage stellt und Sichtweisen durch genaue Beobachtung erweitert. Ich sehe dies innerhalb eines Gestaltungsprozesses als wertvolle Ressourcen.


