
Wie wollen wir unsere Zukunft gestalten?
Ann-Katrin Günzel
Die Kunstwissenschaftlerin Ann-Katrin Günzel stellt diese Frage im Kunstforum Bd. 275 06/7 2021. Ihrer Einschätzung zu folge scheinen wir derzeit nichts Dringenderes zu benötigen als Utopien – Ideen, Hoffnungen und Pläne, wie es weitergehen könnte. Sie spricht der Kunst und Kultur die Kompetenz zu, hier durch alternative Weltentwürfe das Blickfeld zu erweitern und Möglichkeitsräume zu eröffnen. Sehnsüchte und Alternativen könnten dadurch gleichermassen sichtbar gemacht werden. Die Gestaltungsentwürfe böten Anlass und Potential zur Entwicklung neuer Lebensweisen und Strukturen für ein anderes Zusammenleben.
Soll das Gestalten von Zukunftsentwürfen ausschliesslich an die Kunst delegiert werden, oder haben wir nicht alle etwas dazu zu sagen? Wie kann dieser Ansatz in die Schule gebracht werden?
Wie können Menschen befähigt werden eigenen Vorstellungen und Wünschen eine Form zu geben, gemeinsam über Zukünftiges nachzudenken und Utopisches im Modell sichtbar zu machen?
Aus meiner Sicht ein wesentlicher Bestandteil von kultureller Bildung. Dazu gehört, den Kindern die Erfahrung zu ermöglichen, dass aus einer Idee etwas werden kann. Dazu gehört das Ergründen der eigenen Vorstellungskraft, diese zu kennen und nutzen zu lernen. Die eigene Umwelt wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erfassen und Möglichkeiten der Partizipation zu ergreifen. Die Schule kann ihre Verantwortung dabei nutzen den Kindern eine Palette an Erfahrungen, einen Kompetenzaufbau dazu ermöglichen.
Unser Alltag, unser Leben wird geprägt von analogen wie digitalen ‚Dingen‘ und Räumen, welche uns umgeben. Diese selbst zu Gestalten ermöglicht uns Einfluss auf die eigene Umwelt zu nehmen. Dabei werden die Auswirkungen der eigenen Tätigkeit unmittelbar erlebt. Schülerinnen und Schüler erfahren so Selbstwirksamkeit und lernen sich und ihre Umwelt besser kennen. Dem Analysieren von bereits Bestehendem messe ich dabei eine wichtige Bedeutung zu. Das Design eines Produktes wird durch Form- und Farbgebung (Gestaltungselemente), Material, Funktionalität, und Konstruktion bestimmt. Diese zentralen, wahrnehm- und benennbaren Aspekte von Design können dementsprechend im Kompetenzaufbau genauer angesehen und geübt werden. Sie bieten darüber hinaus auch Orientierungspunkte, um eigenen Vorstellungen eine Form zu geben. Vorstellungen ins Ungewisse / Bilder ins Offene zu entwickeln. Oder wie in der eingangs abgebildeten Grafik mögliche Zukünfte mit wahrscheinlichen Zukünften zu verbinden.

Umsetzungen dazu aus meinem Unterricht:
Auftrag Architekt*in sein...... Es gibt unterschiedliche Räume, welche unterschiedliche Tätigkeiten und Bedürfnisse abdecken. Räume für: Schutz, Rückzug, Besinnung, Konzentration, Begegnung, Echoraum, Resonanzraum, Tanz, Schlaf, Spiel ...... Wie würde mein Raum für …... aussehen? Für welche Tätigkeit, welches Bedürfnis möchte ich einen Raum entwickeln? Wie würde sich dies räumlich zeigen, was müsste der Raum dafür leisten? Entwickeln Sie Ihre Idee mit dem vorgegebenen Material in einem Modell für die beigelegte Figur. Die Figur ist im Massstab 1:87 im Modellbaumassstab H0. Dieser Massstab muss in Ihrem Modell nicht zwingend eingehalten werden. Es geht darum, Figur und Raum in ein aufeinander abgestimmtes Verhältnis zu bringen. Dieses Verhältnis kann auch übertrieben sein, um die Wirkung zu verdeutlichen.
Einige Eindrücke zur Aufgabe Raum mehr dazu hier.



Projekt 6. Klasse zu Zukunftsvisionen folgt. Wie leben wir in Zukunft? (Gerade in Erarbeitung)