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‘Als die Welt noch jung war…’
ein interdisziplinäres Bildungsangebot.
Laut dem von Heike Ackermann im Modul 4 des Masters ‘Kulturelle Bildung an Schulen’ ausgeführtem Einblick in Forschungsresultate zu Kooperation in Schulen bezeichnet Kooperation eine Handlungsmodalität von Akteuren in einem Praxisfeld. Im schulischen Alltag lassen sich dazu drei Arbeitsprinzipien mit unterschiedlich hohem Anteil an Kooperativität beobachten.
| Austausch | Arbeitsteilung | Ko Konstruktion |
| Gespräche im LehrerzimmerAustausch von Unterrichtsmaterialien | Unterrichtsvorbereitung in Teilbereiche gliedern je einzeln vorbereiten und für den Unterricht wieder zusammenfügen. | Gemeinsame Konzeption von Unterricht. |
Die Ko Konstruktion ist dabei aus meiner Sicht eine vielversprechende Herangehensweise Bildungsinhalte immer wieder von Neuem zu bestimmen und zu initiieren. Sowohl in der Vorbereitung von Lerneinheiten wie auch als Haltung bei der Arbeit mit den Kindern in der Schule. Gemeinsames explorieren und sich einen Inhalt erschliessen, dabei werden unterschiedliche Expertisen und Sichtweisen auf ein Thema zusammengeführt. Die Erfahrungen, Kompetenzen und Bedingungen der beteiligten Personen werden berücksichtigt und eingebunden. Zwischen den Akteuren entsteht aus der Zusammenarbeit etwas Neues, das weder nur von der einen noch der anderen Seite zu schaffen ist.
Es stellt sich zu Beginn der Zusammenarbeit jeweils die Frage: Wer kooperiert mit wem und zu welchem Zweck? Welcher Wille ist dabei tragend und welches Ziel wird verfolgt?
Einblick in die Praxis:
Ein interdisziplinäres Begabungs- und Begabtenförderungsprojekt in den Bereichen Sprache, Musik und Gestaltung, mit folgender Ausrichtung: Unsere Fragestellung, welche der Kooperation zugrunde lag:
Wie werden die Kompetenzen eines Kindes in Kooperation und Kreativität unter Einfluss einer interdisziplinären Zusammenarbeit am Beispiel eines digitalen Buchprojektes aufgebaut und gefördert?
Das Projekt wurde im Rahmen des Lernforumsunterrichts auf der Primarschule in Rapperswil -Jona durchgeführt. Das Lernforum ist als Pull-Out-Angebot Teil des Förderkonzepts der Schule. Das Schaffen von Möglichkeitsräumen durch ästhetische Bildung, insbesondere dem Suchen und Finden eines individuellen Ausdrucks und der gezielte Aufbau von Kompetenzen im sprachlichen, musikalischen und gestalterischen Bereich stand im Zentrum. 20 Primarschulkinder der 3.-6. Klasse, welche einen Nachmittag pro Woche den Begabten- und Begabungsförderunterricht besuchen, sind Beteiligte des Projekts.
„Als die Welt noch jung war“ – mit dieser Aufforderung zum Phantasieren haben sich die Kinder über ein Semester lang auseinandergesetzt. Eigene Vorstellungen und innere Bilder wurden aufgebaut, Kompetenzen in der Bildgestaltung, im musikalischen Ausdruck und im sprachlichen Aufbau einer Geschichte wurden erworben und in einem regen Austausch, über die drei Lernforumsbereiche Sprache, Musik und Gestaltung weiterentwickelt. Durch das Entdecken und Erfinden von Welten in Worten und Texten, Melodien und Klängen, Bildern und Modellen, sowohl rezeptiv wie auch produktiv sind eigenständige Geschichten entstanden, welche mit analogen und digitalen Mitteln erarbeitet zu einer schlussendlich multimedialen Umsetzung führten. Die Geschichten wurden mit der App «bookcreator» erarbeitet. Dieses Programm ermöglicht eine Kombination von Tonaufnahmen mit Text- und Bildebenen. Die Geschichten wurden aussagekräftig dargestellt und durch die musikalische Ebene, haben sie an Tiefe und Mehrdimensionalität gewonnen. Eine starke erzählerische Qualität wurde erzeugt. Im Zentrum des Unterrichts stand die Sinnesbildung im digitalen Zeitalter. Es wurden Handlungsspielräume für die Erprobung der eigenen Kreativität, der Selbstwirksamkeit und der digitalen Möglichkeiten eröffnet. Es interessierte uns unter dem interdisziplinären Fokus die Bedingungen für ästhetische Erfahrungs- und Bildungsprozesse genauer zu betrachten. Wesentliche Beobachtungspunkte welche in diesem Projekt sowohl auf der Ebene der Kinder wie auch in der Kooperation der Erwachsenen aufgebaut und gefördert wurden.
- Durch gegenseitiges Beobachten der unterschiedlichen Herangehensweisen in Sprache, Musik und Kunst wurden die Kinder und wir aufgefordert bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.
- Der Kompetenzaufbau erfuhr durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch von unterschiedlichen Expertisen eine Intensivierung und Erweiterung.
- Mit gezielten Übungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven wurde die Imaginationsfähigkeit, das Kultivieren der inneren Bilder und das Aktivieren von Assoziationsvermögen gestärkt.
- Eindruck führte zu Ausdruck- Selbst Erfahrenes konnte die Darstellungsfähigkeit erhöhen.
- Selbstbestimmte Handlungsspielräume boten Möglichkeiten des Kombinierens und Vernetzens.
- Problemlöse-Strategien wurden handelnd aktiv mit unterschiedlichen Medien analog und digital geübt, da die Kinder über unterschiedliche Kompetenzen verfügen, konnten sie gegenseitig voneinander profitieren.
Einige Arbeiten, die entstanden sind:
Making off:












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