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Das gemeinsame Schaffen starker Momente
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durch Kollaboration und Teilhabe.
Zwei Begriffe und meine Zugänge dazu.
Der Begriff Partizipation (lateinisch participatio, „Teilhaftigmachung, Mitteilung“, aus pars, „Teil“, und capere, „fangen, ergreifen, sich aneignen, nehmen usw.“[1]) wird übersetzt mit Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache, Einbeziehung usw. (wikipedia)
Im Zusammenhang mit dem aufgeworfenen Thema ‘Welt gestalten’ erscheint mir die zweite Worthälfte besonders bedeutsam. Fangen, ergreifen, ich fange den Ball, welcher mir in einem Spiel zugeworfen wird. In diesem Moment kann ich als Individuum entscheiden, ob ich den Regeln des Spiels entsprechend den Ball weiterspiele, in diesem kurzen Moment liegt das Spiel in meinen Händen und ich kann über den weiteren Verlauf bestimmen – als eine Vergegenwärtigung meiner eigenen Wirksamkeit. Ebenso verhält es sich mit dem Ergreifen einer Chance, auch hier verweist das Wort auf eine Handlung, die ich im übertragenen Sinne mit den Händen ausführe. Das ‘sich Aneignen’ enthält den Aspekt des Lernens. Für meine pädagogische Arbeit ist dieser Teilaspekt des Wortes wichtig, da es in Vermittlungsprozessen immer auch darum geht zu befähigen, mit einer Lernumgebung individuelles Lernen anzustossen und den Lernenden zu ermöglichen Kompetenzen aufzubauen.
Als zweiten passenden Begriff wähle ich den der Kollaboration, da dabei alle am Endergebnis der Zusammenarbeit schöpferisch beteiligt sind. Mitbestimmung- und Gestaltung sind wesentliche Handlungsprinzipien fürs gemeinsame Anpacken in kultureller Teilhabe.
Im Text Interaktion und Partizipation als Handlungsprinzip Ein gemeinsamer Selbstversuch auf kubi online werden folgende Gedankengänge und Fragen in den Raum gestellt:
«Teil-nahme, Teil-habe und Teil-sein, dies alles verweist auf ein Ganzes und wirft die Frage auf, was dieses Ganze denn ist. Wo endet und beginnt es? Wenn Menschen an Kunst und Kultur teilhaben bzw. an kulturellen Bildungsangeboten partizipieren oder kulturelle Bildungsorte aufsuchen, welchen Teil des Ganzen nehmen sie (ein)?»
In diesem Kontext stelle ich eine Aktion von ZündWerk (Regula Pöhl und Daniela Villiger) an der Kulturnacht in Rapperswil-Jona vor.
Lichtspiel – poetische Inszenierung auf dem Wasser von ZündWerk plus
Ein partizipatives Projekt mit Menschen aus Rapperswil – Jona. Mit diesem Aufruf luden wir zu einem Workshop ein:
«Wir suchen nach interessierten Menschen, die tatkräftig die Kultur der Stadt mitprägen. Ab 10 Uhr steht Material und Werkzeug bereit und unter fachkundiger Anleitung wird gemeinsam gebaut. Wir bauen mit Bambus und Folie schwimmende Leichtbau – Objekte. Komm vorbei und mach mit!»
Eine einfache Grundtechnik zum Bau von Volumen und Formen ermöglicht es allen Interessierten ihren Teil zum Werk beizutragen. Aus Bambusstäben, Klebeband und Klarsichtfolie wurden von 30 Personen unterschiedlichen Alters 11 grosse Leichtbau Objekte gebaut.

Gemeinsames Bauen individueller Figuren und Formen.
Transport aufs Wasser. Bau der Schwimmkörper. Alle konnten ihre Kompetenzen dort einbringen wo Zeit und Ressourcen zur Verfügung standen.
ZündWerk erstellte aus den entstandenen Formen eine Szenografie für das Lichtspiel auf dem Wasser.
Testlauf auf dem Wasser. Platzierung der Objekte an ihrem Einsatzort.
Lichtspiel Durchführung 18.9.2021 um 22 Uhr in der Seebadi Rapperswil.
Es war als hätten wir die Zeit für einen kurzen Moment angehalten. Poesie auf dem Wasser.
Wie haben wir Teilhabe an diesem kulturellen Projekt ermöglicht?
- Beteiligung durch Zeit und Arbeit.
- Alle Beteiligten sind ein ko produktiver Faktor der Werkentstehung.
- Teilnehmende durch Befähigung, zur Beteiligung ermächtigen (Diese können in den Rahmenbedingungen/ in der Gestaltung des Angebots bestimmt werden).
In einer bürgerlich geprägten Stadtpolitik stiess dieses Projekt erst auf Widerstand, durch die gezeigte Hartnäckigkeit von unserer Seite, konnte eine Veränderung der Positionen angestossen werden. Dabei wurden Schlagworte, welche auf der politischen Agenda erscheinen eingefordert und mit Konkretem gefüllt.
Beobachtung und abschliessendes Statement:
Durch Beteiligung kann die gesellschaftliche Wirkkraft erhöht werden.












